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.: Merida :.
   
Montag, 16. Oktober 1995

  Anreise
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.: 2. Woche :.

Montag, 16. Oktober 1995
Dienstag, 17. Oktober 1995
Mittwoch, 18. Oktober 1995
Donnerstag, 19. Oktober 1995
Freitag, 20. Oktober 1995
Samstag, 21. Oktober 1995
Sonntag, 22. Oktober 1995

1. Woche  |  3. Woche

Heute ist unser erster Tourtag: Wir fahren gegen 9:00 mit einem Jeep in nordöstliche Richtung. Die kleine Gruppe besteht aus dem Fahrer, einem jungen englischen Pärchen und uns vier. Nach eineinhalb Stunden verlassen wir die Straße, und nun geht es über eine Schotterpiste steil bergauf. Nach weiteren 15 Minuten parkt unser Fahrer den Wagen, und es geht zu Fuß weiter. Wir haben einen etwa 45 minütigen, steilen Aufstieg über Bergwiesen, Zäune und kleine Steinmauern zu bewältigen. Man kommt ganz schön ins Schwitzen und in über 3000 m Höhe ist die Luft verdammt dünn! Aber die Strapazen haben sich gelohnt, denn uns erwartet ein tolles Schauspiel: eine heiße und eine kalte Quelle vereinigen sich in einem Wasserbecken von ca. 8 m Durchmesser. Da wir nicht an unsere Badehosen gedacht haben, fragen wir die anderen freundlich, ob wir auch wie “Gott uns erschuf” ins Wasser steigen dürfen. Wir setzen uns in die “Badewanne” und haben einen grandiosen Blick aus über 3000 m in ein Tal der Anden. Einfach unbeschreiblich! Unser Führer ist für 15 Minuten verschwunden und legt sich anschließend völlig entspannt ins Wasser; uns kommt der Gedanke, daß er wohl mal eben einen “geschnupft” hat. Der Verdacht wird sich später noch erhärten. Nach dem etwas weniger anstrengenden Abstieg geht es weiter mit dem Jeep. In der Nähe des Observatorio Fransisco Duarte hält unser Fahrer an, und wir machen Mittag. Er breitet mehrere Sorten Brot, Schinken und Käse, Ketchup, Mayonnaise und vieles mehr auf der Motorhaube aus. Außerdem gibt es noch Mandarinen, Melone und Orangensaft. Einfach klasse! Nach jedem Stop, bei dem unser Führer sich mal kurz verdrückt hat, legt er eine Reggae-Casette ein und fährt absolut entspannt. Schon sehr seltsam. Dann geht es in ein kleines Seitental, wo uns der angekündigte Condor erwartet. In der Tourbeschreibung hieß es: “... und mit etwas Glück erspähen Sie vielleicht einen der mächtigen Anden-Condore.” Wir hatten “Glück”, denn der Condor war noch nicht aus seinem Käfig geflohen. Das war absolute Verars... .

Weiter geht es zum höchsten Paß Venezuelas in 4007 m Höhe. Hier oben ist es schon mächtig kalt und es fängt an zu regnen. Wir werfen noch einen Kaffee im Paßrestaurant ein und anschließend besuchen wir die Laguna de Mucubaji, den größten von rund 200 Gletscherseen im Nationalpark Nevada. Von dort fahren wir zu der 1983 von Feliz Sánchez erbauten Steinkapelle - eines der beliebtesten Fotomotive in den Anden. Dann machen wir uns auf den Rückweg nach Mérida. Unser Fahrer hat sich wohl wieder gut einen in die Birne gekokst, denn er fährt wie ein Wilder. Aber statt direkt zum Büro zu fahren, nimmt er die befahrenste Straße von Mérida, um sich an den venezolanischen Frauen zu ergötzen. Einfach crazy! Im Tourenbüro bekommen wir unsere Wäsche, die wir am Samstag für 350 Bs. (2,50 DM) in eine Wäscherei gegeben hatten. Auf dem Rückmarsch zum unserem Hotel wollen wir noch in einem anderen Hotel Reiseschecks zu 1:220 tauschen. Eigentlich sollte Manni seine ersten Schecks anbrechen, doch er setzt sich ab, weil ihn ein “dringendes Gespräch nach D.” erwartet. So muß Bibi wieder einmal 200 $ tauschen. Unterwegs ruft Mickey seine Eltern an. In unserem Hotel angekommen, versucht Jürgi seinen Rucksack zu reinigen. Seine Hose und Hemd sind leider nicht sauber geworden, und so fragt er das Hotelmädel nach Rat. Dieses ist unheimlich hilfsbereit und sichert zu, daß die Sachen bis Dienstagmorgen fertig seien. Gegen 22:00 machen wir uns auf den Weg, noch etwas zu essen. Zuerst gehen wir in ein kleines Restaurant, das von außen recht nett aussieht. Es ist doch sehr eklig. Manni bestellt durch die Bemerkung “Da hinten sitzt man ‘besser’!” vier Bier, da der Kellner wohl ‘Cerveza’ verstanden hatte. Da niemand Lust auf Bier hat, muß Bibi alle trinken. Schließlich werfen wir jeder einen Hamburger in einer Baguetterie ein, die von einer Engländerin geleitet wird. Dann trinken wir noch ein Bier bei “Alfredo’s”.

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