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.: Ciudad Bolivar :: Kavac :: Salto Angel :.
   
Donnerstag, 26. Oktober 1995

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.: 3. Woche :.

Montag, 23. Oktober 1995
Dienstag, 24. Oktober 1995
Mittwoch, 25. Oktober 1995
Donnerstag, 26. Oktober 1995
Freitag, 27. Oktober 1995
Samstag, 28. Oktober 1995
Sonntag, 29. Oktober 1995

2. Woche  |  4. Woche

Kavac5:45 ist Aufstehen angesagt, und gegen 6:30 erreichen wir mit dem Taxi den Flughafen. Relativ schnell finden wir das Büro von “Turi-Express”, unserem Reiseveranstalter, und setzen uns dann ins Flughafenrestaurant. Es ist voll mit Touristen, und uns fallen zum einen die vielen hübschen Mädels auf und zum anderen laufen dort zwei affige Muskelmänner mit Tätowierungen herum. In diesem Moment macht uns das noch nicht stutzig. Wir bekommen ein Frühstückspaket auf unseren Tisch gestellt und sind schon froh, endlich etwas zu essen, aber es wird uns wieder abgenommen, und nur die anderen bekommen etwas. Sehr, sehr seltsam. Dann leert sich der Raum, da einige kleine Flugzeuge startbereit sind. Die beiden Muskelpakete werden von einem Kameramann mit professioneller Kamera gefilmt. Naja, wahrscheinlich irgend so ein Urlaubsvideo. Ein wenig später ist auch unsere Chesna bereit, und wir bekommen eine Tüte mit Fleisch für unsere Verpflegung in die Hand gedrückt. Der eineinhalb stündige Flug nach Kavac ( Kavac – Das Dorf der Pemonesindianer liegt am südöstlichen Hang des Auyántepui. Die Landschaft ist großartig, und die Tagesausflüge, die man von hier aus unternimmt, führen in eine faszinierende Welt.) ist sehr schön, da wir relativ niedrig fliegen und so eine Menge von der Landschaft zu sehen bekommen. Die erste Frage nach der Landung ist: “Habt Ihr nichts zu Trinken mitgebracht?!”, und dann werden wir in einer kleinen Hütte untergebracht, in der nur drei Hängematten hängen und noch eine Indianerin wohnt. Alles sehr, sehr seltsam. Außerdem sind fast alle der Touristen vom Flughafen auch nach Kavac geflogen. Um 10:00 starten wir mit einem indianischen Führer eine Tour zum Kavac-Canyon. Auf dem Weg dorthin baden wir an einem kleinen Wasserfall, und anschließend müssen wir durch die 50 m lange und 5 m breite Schlucht zum eigentlichen Wasserfall schwimmen. Die Felswände ragen 30 m in die Höhe. Einfach überwältigend. Der Wasserfall stürzt in ein Becken von etwa 10 m Durchmesser am Ende der Schlucht. Der Führer animiert uns zum Schwimmen und setzt sich dann auf einen Felsen und beobachtet die Vögel in der Felswand. Das Wasser ist sehr aufgewühlt, und wir merken, daß die Strömung zu stark ist, um auch nur in die Nähe des Wasserfalls zu gelangen. Sie drückt uns unweigerlich an die Felswand. Dann sehen wir, wie Jürgi seine bekannte Ertrinkshow abzieht. Doch irgendwie hat Bibi das Gefühl, da stimmt was nicht und versucht, ihn an die Wasseroberfläche zu drücken. Doch die Felswände sind unterhöhlt, so daß einen die starke Strömung unter die Oberfläche unter die Felsen drückt. Die beiden können mit letzter Kraft zum seichten Abfluß gelangen. Sie wären fast ertrunken, doch unseren Indianer stört das beim Beobachten der Vögel überhaupt nicht. Der Rückweg zum Camp verläuft dann ohne weitere Zwischenfälle. Das Mittagessen ist einfach, aber gut, und wir bekommen unsere Tagesration Getränke auf den Tisch gestellt: je eine Flasche Wasser und Pepsi. Wir machen einen kleinen Spaziergang zum nahegelegenen Bach und sehen, wie die Mädels fast nackt fotografiert werden. Wahrscheinlich sind das irgendwelche Modeaufnahmen. Außerdem werden die beiden Muskelmänner, mit einem Aktenkoffer laufend, von dem Filmteam aufgenommen. Ein Popvideo vielleicht??? Als wir uns gegen 14:00 auf den Weg zu einem weiteren Wasserfall machen, treffen wir zwei Mädels, die uns schon am Flughafen aufgefallen waren. Sie erzählen uns, daß sie Models seien, begleiten uns auf unserer Tour und baden, nach dem anstrengenden Aufstieg mit uns im Wasserfall. Das Baden müssen wir abbrechen, da dunkle Wolken aufziehen. Kurz nachdem wir den Rückweg antreten, fängt es an zu regnen. So langsam läuft unser Trampelpfad voll Wasser, und unser Führer wird immer schneller, bis wir ihn nicht mehr sehen können. Wir kommen an ein Rinnsal, daß wir auf dem Hinweg überstiegen haben. Doch jetzt ist aus diesem Rinnsal ein reißender Strom geworden, und unser Indianer steht natürlich am anderen Ufer. Jürgen versucht unter Einsatz seines Lebens, den Strom zu überwinden. Er wird von der Strömung weggerissen und kann im letzten Moment einen Ast am gegenüberliegenden Ufer ergreifen. Um Haaresbreite wäre er ein zweites Mal ertrunken. Und nun warten wir etwa 45 Minuten darauf, daß der Fluß wieder abschwillt: Jürgi und der Indianer auf der einen und wir fünf auf der anderen Seite. Dann kommen zwei Indianer aus dem Camp mit einem Seil angerückt, da man uns schon vermißt hat. Einer von ihnen klettert über einen Ast auf unsere Seite, und wir können uns dann an dem Seil an das andere Ufer hangeln. Erst bei Dämmerung erreichen wir das Camp und die beiden sehr netten Mädels bekommen einen gewaltigen Anpfiff. Zum Abendessen bekommen wir wieder einfache Kost mit unseren beiden Wasser- und Pepsiflaschen. Die anderen 35, die alle zu dem Filmteam gehören, haben ein super Buffet mit Wein und Bier. Wir fühlen uns wie Touristen dritter Klasse. Zu dem Filmteam gehören Mädchen aus Schweden, Deutschland, Ungarn, Holland, Venezuela, Peru, Costa Rica und noch andern Ländern. Nach dem Essen setzt sich einer von der Crew zu uns an den Tisch und fragt, was wir am Nachmittag mit den Mädels angefangen hätten. Wir werden zunehmend mißtrauisch und fragen, was sie denn für einen Film drehen. Er verweist uns jedoch an den Produzenten. Danach kommt ein weiteres Mitglied des Teams, der auch Deutsch spricht, und fragt die gleichen Sachen. Außerdem erzählt er etwas von einem “Test”, den die Mädels in Caracas gemacht hätten, und daß die Muskelmänner jetzt etwas unsicher seien. Nachdem wir ein weiteres Mal nach der Art des Films fragen, kommt heraus, daß sie einen knallharten Porno drehen. Jetzt sind uns all die Merkwürdigkeiten des Tages klar! Zum Schluß setzt sich auch noch der unsympathische schwedische Produzent zu uns und lallt uns zu. Es handelt sich um die schwedische Firma “PRIVATE”, die Pornos und einschlägige Magazine produziert. Das alles ist dann doch ein kleiner Schocker! Ab jetzt paßt die ganze Crew auf, daß wir keinen Kontakt mehr mit den beiden Mädels haben.
(Es wurde dort übrigends das Video "The Chase" produziert...)

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