Sonntag, 22. Oktober 1995

Um 9:00 verabschieden wir uns von den sehr netten Indianern und starten zur Rückfahrt nach Pto. Ordaz. Unterwegs halten wir im berüchtigten Goldgräberort El Dorado, um zu tanken und um uns ein wenig umzuschauen. Eine echte Verbrecherhöhle. Dann fahren wir zu den Minen von “El Calleo”, wo wir die Möglichkeit haben, eine solche Mine zu besichtigen. Zwischen sehr einfachen Hütten geht es zum “Eingang” der Mine. Dort befindet sich ein etwa 1 m großes Loch, das durch ein baufälliges Dach vor dem Regen geschützt ist. Mit einem Seil, an dessen einem Ende sich ein Holzstück zum Sitzen befindet, und das andere Ende an einem Holzstamm aufgerollt ist, werden diejenigen in die Tiefe gelassen, die das Abenteuer wagen. Manni und Jürgen verschwinden nacheinander im Loch. Nach sieben Metern verläßt man den “komfortable” Sitz und es geht abschüssig weiter etwa 15 m ins Innere des Berges. Der Gang ist so eng, daß man nur auf dem Bauch rutschend vorwärts kommt, außerdem ist es stockdunkel und wahnsinnig heiß. (Eine Reise zum Mittelpunkt der Erde) An einigen, aber wenigen Stellen ist der Stollen durch Balken gestützt. Man gelangt in die “Galerie”, einen kleinen Raum, in dem die Goldgräber das Erzgestein mit der feinen Goldader herausarbeiten. Ein paar Glühlampen geben ein wenig Licht, und ein alter Ventilator sorgt für ein wenig Bewegung der heißen Luft. Hier kann man sich gerade mal in der Hocke drehen, und nachdem die Mutigen ein Stück Erzgestein erhalten haben, machen sie sich auf den beschwerlichen Rückweg. Sie sind total verdreckt, aber heilfroh, wieder das Tageslicht zu sehen, und stolz, das Abenteuer gewagt zu haben.

Wir trinken noch ein Polar mit den “Miñeros” und machen uns dann auf den Weg. Auf der Strecke essen wir in einem kleinen Restaurant und gegen 17:00 erreichen wir unser Hotel. Dort feiern wir mit ein paar Dosen Polar Abschied von Uwe. Im Hotel ist der Schock groß, denn es wird uns vorgeworfen, wir hätten beim letzten Besuch zwei Handtücher mitgehen lassen. Aber nachdem wir vier sehr bedrohlich auf den Portier eingeredet haben, läßt dieser von seiner Behauptung ab – wir sollten 26,- DM für die angeblich gestohlenen Handtücher bezahlen. Am Abend gehen wir noch mit Herbert und Wolfgang essen und versuchen den Typen zu erreichen, der uns am nächsten Morgen vom Hotel abholen soll. Aber die angegebene Nummer ist eine Faxnummer, und so können wir nur darauf vertrauen, daß er uns wirklich abholt!



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